Foto von Neonschrift mit dem Wort 'Change'

Inklusive Sprache (Gendern) & Change Management

In der @mediasres-Sendung vom 3. Juli stand das Gendern im Journalismus und bei den Medienschaffenden im Zentrum:

Gendern & Inklusive Sprache

Sehr gut gefallen hat mir der Kommentar einer Person, die – so wie ich – den Begriff ‚Gendern‘ nicht mag. Für mich hört sich ‚Gendern‘ nach einer neutralen, grammatikalischen Wortkategorie an; wie z.B. Akkusativ oder Dativ. Das Wort ‚Teilnehmer*innen‘ ist, so betrachtet, ein bisschen ’nur‘ ein ‚Gendertiv‘.

‚Gendern‘ ist für mich jedoch eine von mehreren Strategien zur Vermeidung des Generischen Maskulinums. Und darum geht es; um die Vermeidung des Generischen Maskulinums; um die Vermeidung von ‚Mitmeinen‘ und ‚Nicht-Repräsentation‘ in Sprache. Und das nicht aus formellen, grammatikalischen Gründen durch ein ‚Gendertiv‘, sondern, weil das Generische Maskulinum nicht korrekt und unfair ist.

Und weil sprachliche Präzision, Korrektheit und Fairness (Gleichbehandlung) mein Ziel ist, finde ich den Begriff ‚Inklusive Sprache‘ besser. Weil ich präzise und fair kommunizieren möchte, verwende ich eine Inklusive Sprache, welche die Vermeidung des Generischen Maskulinums notwendig macht.

Deshalb nutze ich manchmal die Sprachtechnik des Genderns durch das famose ‚*‘ (Gender-Sternchen). Jedoch meistens geschrieben und nur, wenn mir nichts Besseres einfällt. Zurzeit. Denn bei mir erzeugt das Hören von gesprochenen Gender-Sternchen Millisekunden an kognitiver Dissonanz. Noch.

Change Management & Inklusive Sprache

Der Großteil der weiteren Kommentare der Deutschlandfunk-Hörenden hat sehr bis super-sehr negative Sichtweisen im Hinblick auf sprachliche Veränderung ausgedrückt. Wobei ich inhaltlich keine neuen Argumente ausmachen konnte.

Aufgefallen ist mir aber, wie emotional einige Menschen reagieren, wenn sie mit sprachlicher Veränderung konfrontiert werden. Rationale Argumente, wie Erkenntnisse aus der Neurolinguistik, der Verhaltensökonomie oder Appelle an Gleichbehandlung, kommen da nicht weiter. Sprachliche Veränderung und besonders das ‚Gendern‘ sind für diese Personen eine Gefahr für die Gesellschaft und für ihr Leben.

In meinem Kopf hatte ich dabei das Stereotyp von Mitarbeitenden in der öffentlichen Verwaltung. Diese Mitarbeitenden weigern sich, eine neue Software einzusetzen, weil sie nach 30 Jahren heuristischer Konditionierung durch Excel und Word-for-Windows keine Lust auf Open Source haben und weil sie das mental überfordert; Veränderung macht ihnen Angst und bedroht ihren Status-Quo.

„Der Mensch als „Gewohnheitstier“ steht in der Regel Veränderungen skeptisch gegenüber. Veränderungen sind mit Unsicherheit über die Zukunft verbunden und können als Gefahren und Risiken wahrgenommen werden. Zur Überwindung dieser Hindernisse wird immer häufiger das Modell der Transformationalen Führung empfohlen.“

(wikipedia.org: Veränderungsmanagement #Begleitung von Veränderungsprozessen)

Zu Wikipedias ‚Veränderungsmanagement‘ bin ich durch eine Suche nach ‚Change Management‚ gelangt. Denn ich glaube, dass Change Management gefragt ist, um manche Menschen mitzunehmen auf die Reise hin zu einer Inklusiven Sprache.

Innerhalb eines solchen Change Managements sollten der Journalismus und die Medienschaffenden die Rolle des Change Agents übernehmen und durch Transformationale Führung glänzen. Das ist meine Meinung.

Inklusive Sprache hat es schwer, wenn sie abstrakt bleibt und nicht praktiziert wird.

Stelle Dir vor: die Bildzeitung, die Süddeutsche, das c’t Magazin, Anne Will, Claus Kleber, die Kommissarinnen und Kommissare des Tatorts, die DSGVO, amazon.de und etc. ohne Generisches Maskulinum!

In meiner gefilterten Welt gibt es zurzeit nur ein Best-Practice-Beispiel für einen transformationalen Sprachgebrauch im Journalismus: meistens sind die Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten frei vom Generischen Maskulinum. Bravo!


Featured Image: by Ross Findon on Unsplash

Foto mit großem Neon-Schriftzug und den Sätzen "ALL WE HAVE IS WORKDS" und "ALL WE HABE IS WORLDS"

Deutungsrahmen (Framing): ‚Kinderpornografie‘ & ‚Rassenunruhen‘

Bei Sagen und Meinen sind zwei neue Begriffe hinzugekommen:

Sagen & Meinen – Der Sprachcheck

Viel zu oft setzen sich fragwürdige Begriffe und Euphemismen in Medien fest, zum Beispiel… 

(deutschlandfunk.de)
  1. ‚Rassenunruhen‘: Folge 5: „Rassenunruhen“ – ein „grundfalscher“ Begriff (deutschlandfunk.de)
  2. ‚Kinderpornografie‘: Folge 6: „Kinderpornographie“ – kein Porno, sondern Missbrauch (deutschlandfunk.de)

Featured Image: by Alexandra on Unsplash

Bild mit Neonzeichen und Text "Theis is the sign you've bee looking for"

Sascha Lobo & düstere Dystopien & WWG1WGA (QAnon) & weiße Hasen

Der Debatten-Podcast (Sascha Lobo)

Beim Hören von:

Bekam ich eine Gänsehaut.

In dem Podcast bespricht Sascha Lobo die Reaktionen der Lesenden und Kommentierenden seiner Kolumne zu dem gleichen Titel:

In der Kolumne ging es um ‚prophylaktische Legitimierungsstrategien‘ für einen Staatsstreich, die Donald Trump vorbereitet hat, um sich im Fall einer Wahlniederlage, gegen diese wehren zu können.

Das ist schon eine beängstigende…

düstere Zukunft (Dystopie)

Die Gänsehaut bekam ich wahrscheinlich deshalb, weil ich kurz vorher die siebte Folge von ‚Rabbit Hole‘ gehört hatte:

Bei Minute 11 und ca. Sekunde 20 in dem Podcast ist Donald Trump im Mittelpunkt eines Foto-Shootings im Weißen Haus. Das Event ist auch bei YouTube als Video erlebbar. Die Szene ist besonders, weil Donald Trump seinen kryptischen Satz ‚this is the calm before the storm‘ ausspricht:

Video: Donald Trump warns it is ‚calm before the storm‘ (youtube.com)

Der Rabbit-Hole-Podcast assoziiert Trumps ‚Ruhe vor dem Sturm‘ jedoch nicht mit dem zurzeit des Ausspruchs möglichen Bezug auf das iranische Atomprogramm, sondern mit…

WWG1WGA (QAnon)

Schon was von QAnon gehört? Ich nicht. Bis zur Podcast-Folge Nummer sieben und acht von ‚Rabbit Hole‘ war mit das Fass-ohne-Boden QAnon-Verschwörungs-Ideologien unbekannt.

Die Titel der beiden Episoden sieben und acht lesen sich zusammen als: Where We Go 1 We Go All. WWG1WGA ist ein Zeichen für die Anhangschaft zu:

Am 10.06. stellte der Deutschlandfunk ein ausführliches Dossier zu Thema QAnon online:

Innerhalb der QAnon-Offenbarung spielen Stürme eine besonders wichtige Rolle: ‚the storm is coming‘, oder ‚the storm is here‘ sind beliebte und Angst machende Leitmotive.

Und…

Weiße Hasen?

Passendes QAnon-Merchandise, wie T-Shirts mit weißen Hasen, kaufst Du, wo sonst?!, bei amazon.de:

Screenshot: amazon.de (17.06.2020)

Weitere Artikel zu QAnon auf Englisch:


Featured Image: Austin Chan (unsplash.com)

Abstrakte Darstellung einer Künstlichen Intelligenz

KI-Klang-Dystopie

Science-Fiction-Hörspiel-Hörtipp zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und unsere Zukunft:

„Binaurales Hörspiel, für Kopfhörer optimiert. Inspiriert vom Pionier der Elektromusik Karlheinz Stockhausen nutzen wittmann/zeitblom die technischen Möglichkeiten des Jahres 2020 für ein Hörspiel über die totale Kontrolle durch eine künstliche Superintelligenz.“

(br.de)

Das Hörspiel ist der zweite Teil der KI-Trilogie WONDERWORLD von wittmann/zeitbloom:

Der erste Teil ist:

Und nach kurzer Recherche und gerade noch rechtzeitig gequeuet:


Featured Image: Artificial Intelligence – Resembling Human Brain by deepak pal (CC-BY-SA-2.0, flickr.com)

Sagen & Meinen

Der Deutschlandfunk hat einen Sprachcheck:

„Die neue Rubrik bei @mediasres hinterfragt solche Begriffe. Wir erklären, welche Absicht damit verbunden sein kann und welche sprachlichen Alternativen es gibt. Kurz und knapp zeigen wir auf, worin der Unterschied zwischen Sagen und Meinen besteht.“

(dlf.de)

Bis jetzt mit dabei sind die Formulierungen: ‚Lockdown‘, ‚Autoprämie‘, ‚Infizierte‘ und ‚Verschwörungstheorie‘ (03.06.2020).

Wichtige Konzepte zum Thema ‚was Wörter tun‘ (de.wikipedia.org):

Bunte Buchstaben, die das Wort Gendern bilden.

Sprache & Sprechen in den Medien

In der @mediasres-Sendung vom Montag, dem 1. Juni 2020, ging es um Sprache und das Sprechen in den Medien; und auch um die Verwendung einer inklusiven und fairen Sprache durch die Vermeidung des generischen Maskulinums (‚Gendern‘):

Und die mittlerweile vom generischen Maskulinum fast freien Best-Practice-Nachrichten auf Deutschlandfunk Nova?

Die wurden nicht erwähnt…. 🙂

Weitere Themen waren:

Live: GeekWeek-Gesichter

Am Dienstagabend habe ich meinen Corona-Zeiten-Lieblings-Podcast vermisst. Der Podcatcher meines Vertrauens (Antennapod) konnte die letzte neue Episode vom Montag nicht finden.

Da habe ich dann mal direkt auf’m Tablet nachgeguckt und siehe da, ich konnte die GeekWeek-Gesichter live erleben, auf ihrer Webseite:

Screenshot: geek-week.de vom 26.05.2020

Im Talk erfuhr ich, dass aufgrund von Tech-Themen-Problemen die Episode vom Montag, die ich vermisste, noch nicht als Audio aufbereitet wurde und dass Musti früher seine Audio-Sendungen von MiniDisc auf Kompaktkassette überspielte…

PS: Podcatcher gibt es auf duden.de (noch) nicht, dafür aber Pod­-cast, der, (Genitiv Singular: des Podcasts).

Hallo Twitter und Facebook

Nach sehr, sehr langer Zeit habe ich mich mal wieder in die Fässer ohne Boden Twitter und Facebook eingeloggt; bei Facebook diesmal sogar, ohne dass ich auf das Freischalten durch andere Facebookende warten musste 🙂

Ab jetzt also: Auto-Posts für Twitter und Facebook via Jetpack – Publicize.

Damit ich meine Seiten nicht vergesse:

YouTube & Rabbit Holes

„Marshall McLuhan, the 20th century media theorist, is often credited with saying, “We shape our tools, and thereafter our tools shape us.”“

(nytimes.com)

Der Kaninchenbau (Rabbit Hole) YouTube und wie und was seine algorithmischen Selektionsprozesse (Choice architecture?) mit Menschen machen; in diesem Fall mit Caleb.

Episode 1 des Podcasts der New York Times:

Ein weiteres Fass ohne Boden: riot.im

Nach einem Artikel auf heise.de bin ich neugierig geworden und habe mich kurz angemeldet und eingeloggt und rumgeguckt: ‚pinguinperson sent an image‘. ‚IPSolver left‘ und ‚john.malkovich joined the room‘.

Screenshot: riot.im 26.05.2020

Kurz-Fazit: ein weiteres Fass ohne Boden

Passend dazu gibt es jetzt ein neues Schlagwort/Tag: fässer ohne boden

Nichtsdestotrotz, ein interessantes Projekt; und dass Automattic riot.im und das Matrix-Protokoll unterstützt, kann für die WordPress-Zukunft spannend werden…

PS: auf duden.de ist ein-log-gen eingepflegt.

Wilde Dildo-Dystopien & Rezensionen & Feed(s)

Zur Erinnerung an gelesene Lang-Texte:

Beautiful You

„Beautiful You is a novel by Chuck Palahniuk, released October 21, 2014. It is set in New York City and follows the main character, Penny, who finds herself the object of affection of a Digital Age tycoon named C. Linus Maxwell, known to the Manhattan elite as „Cli-Max well“.“ [‚References‘ entfernt]

(en.wikipedia.org)

Unterhaltsam, schrill, fliegende Dildo-Raketen, satirisch-komisch… Die Rezensionen, die ich vorher dazu gelesen hatte, waren nicht motivierend, eher abtörnend… apropos Rezensionen:

Only Americans Burn in Hell

About the book

[…]

It’s 2019 and America is ruled over by a billionaire reality TV star. Its media is owned by a transnational class of the shameless and the depraved. And its people have been silently robbed of their wealth, their dignity and their democracy.

In this brave new world, going to see a superhero movie counts as activism, and arguing with the other serfs on social media is political engagement. BUT EVERYTHING’S FINE – as long as you never, ever ask yourself who makes money from the ticket sales and the ratings, or who owns Twitter.“

(Only Americans Burn in Hell – Jarett Kobek)

An Rezensionen zu dem Text kann ich mich nicht erinnern. Jedoch an den Rant des Autors in dem Text über Rezensionen 🙂

Und, nachdem ich die Video-Serie The Feed durchgebinged hatte:

Feed

„Feed (Anderson novel)

Feed (2002) is a young adult dystopian novel of the cyberpunk subgenre written by M. T. Anderson. The novel focuses on issues such as corporate power, consumerism, information technology, data mining, and environmental decay, with a sometimes sardonic, sometimes somber tone.“ [Verlinkungen entfernt]

(en.wikipedia.org)

Fehlen tut mir jetzt noch der eigentliche The Feed feed:

The Feed

The Feed – A Novel by Nick Clark Windo

The Feed is accessible everywhere, by everyone, at any time. It instantaneously links us to all information and global events as they break. Every interaction, every emotion, every image can be shared through it; it is the essential tool everyone relies on to know and understand the thoughts and feelings of partners, parents, friends, children, colleagues, bosses, employees . . . in fact, of anyone and everyone else in the world.“

(harpercollins.com)

Inklusive Sprache im Spanischen (lenguaje inclusivo)

Via der App Replaio – Live Radio Streaming – Music & Talk Stations und eines Chromecast-Dongle (mithilfe eines zwischengeschalteten HDMI-Audio-Extraktors) habe ich am Wochenende meinen spanischen Lieblings-Nachrichtensender RNE Radio 5 – todo noticias auf meine alte analoge Sony-Stereoanlage gestreamt. Und höre da, das Thema war Inklusive Sprache (lenguaje inclusivo) in der Hör-Reihe ‚Un idioma sin fronteras‘ (Eine Sprache ohne Grenzen):

„Hoy hablamos del género y la lengua con el académico Pedro Álvarez de Miranda, filólogo, experto en lexicografía, en historia del español, responsable entre otros muchos textos, de la pasada edición del diccionario, y uno de los cuatro redactores del informe de la RAE sobre el lenguaje inclusivo en la Constitución.“

(rtve.es)

Die RAE, die ‚Real Academia Española‘, in etwa sowas wie der Rat für deutsche Rechtschreibung für die spanische Sprache, hatte Anfang des Jahres ein Informationspapier (156 Seiten) im Auftrag und für die derzeitige Regierung erstellt. Dabei ging es um die Frage, ob der Text der spanischen Konstitution (Constitución española), die spanische Verfassung, durch eine Inklusive Sprache, angepasst werden soll.

Die RAE ist – paraphrasiert – der Meinung, dass das generische Maskulinum alle Menschen sprachlich adäquat abbildet; also eine Anpassung des Textes der Konstitution nicht notwendig ist. Einzige Ausnahme: die Ergänzungen ‚reina‘ (für Königin) und ‚princessa‘ (für Prinzessin). Weitergehende sprachliche Anpassungen sieht die RAE als politische Handlung/Eingriff.

Ist die jetzige sprachliche Fassung der spanischen Konstitution frei von Politik/Werten?

Traurig, traurig, traurig…

Jenseits der königlichen Sprach-Autorität finde ich Alternativen, die es besser machen (könnten):

Lesenswert im Zusammenhang mit der Idee des ‚lenguaje inclusivo‘:

YouTube Music wird kommen

Und mal wieder muss ich meine IT-Unterhaltungs-Heuristiken in diesen VUCA-Zeiten an was Neues gewöhnen. Veränderung, Veränderung, Veränderung…

Alphabet Inc. (Google) stellt seinen Musik-Dienst (Google Play Music) und die dazugehörige App zum Ende des Jahres 2020 ein. Ersetzen tut es:

Ein Transfer-Tool für meine hochgeladene Musik-Sammlung und Playlisten gibt es bereits, aber noch funktioniert es nicht (bei mir):

Erinnerung an mich selbst: rege dich nicht so auf, wie damals, als Videos und Notebooks von 4:3 auf 16:9 umgestellt wurden! 🙂


Link:

YouTube Music is making it simple to transfer over your Google Play Music library – Tuesday, May 12, 2020 (youtube.com)

Verschwörungstheorien, soziale Medien und Influencer: Eine toxische Kombination?

Podcast-Hörtipp bei t3n mit Katharina Nocun (sie war auch im Podcast der BpB, 2 Posts vorher):

„Verschwörungstheorien, Influencer und soziale Medien – eine toxische Kombination? Print-Chefredakteur Luca Caracciolo im Gespräch mit Katharina Nocun.“

(t3n.de)

Apropos Influencer und Influencerinnen = die Influencenden?

Oder, das C zum Z machend (wie im Spanischen, beim Plural): die Influenzenden? 🙂

Influenza!? Nein Danke!

Wir Alltagssüchtigen in der Coronakrise – Kolumne von Sascha Lobo – DER SPIEGEL

Etwas spät habe ich versucht einen Kommentar zu posten, der noch nicht freigeschaltet wurde/oder wird…

Zwei Links zur Konkurrenz sind wohl zu viel 🙂

Zu meiner Erinnerung:

Leider etwas spät, aber sehr passend:

Normalcy bias (wikipedia.org)

und der Podcast der BpB:

Die „Wahrheit“ in Zeiten von Corona
Verschwörungstheorien und Mythen rund um das Virus
(bpb.de)

Der Beitrag:

Update: der Kommentar ist nicht freigeschaltet worden…

Banner mit Text "te lo mereces" und "das hast du dir verdient" und "you deserve it"

Signalwort: das habe ich mir verdient

Ein weiteres Signalwort für meine Signalwort-Liste (auch wenn es aus mehreren Wörtern besteht):

Das habe ich mir verdient.

oder

Das hast Du Dir verdient.

Und was signalisieren die Signalwörter?

Sie signalisieren die meritokratische Denkweise der Sprechenden:

Thesen:

Banner mit Symbolen für Link, Kopfhörer und lachendes Gesicht

Signalwort: der ‚gesunde Menschenverstand‘

Wer kennt ihn nicht, den ‚gesunden Menschenverstand‘?

„Bekanntlich wird der Krieg gegen die Intelligenz stets im Namen des gesunden Menschenverstands geführt“, schreibt Roland Barthes Mitte der 50er-Jahre in den „Mythen des Alltags“. (deutschlandfunkkultur.de)

In der Deutschlandfunk Kultur Sein und Streit Hörsendung vom 19.01.2020:

Banner mit Symbolen für Geld, Menschen und lachendes Gesicht

Faire Wirtschaft & New Economics & Postwachstumsökonomie

Faire Wirtschaft?

Vor fast einem Monat bin ich via dem ‚The Daily‚-Podcast der New York Times auf die Erklärung des Business Roundtable – von 181 CEOs (Managerinnen und Manager) der größten US-Firmen – aufmerksam geworden:

Die Erklärung (statement) des Business Roundtable:

Darin finde ich Formulierungen wie:

„We foster diversity and inclusion, dignity and respect… Dealing fairly and ethically with our suppliers… protect the environment by embracing sustainable practices across our businesses…“

(bisinessroundtable.org)

Ein Trend/Vision für die Zukunft? Leere Formulierungen? Der übliche ‚CEO activism‚? Oder die Basis für ‚employee‘ oder ‚consumer activism‘?

In der deutschsprachigen Medienlandschaft ist nicht viel von der Business-Roundtable-Erklärung angekommen. Einzige Ausnahme – mit kritischer Betrachtung – das manager magazin:

Schade, denn gerade der auf die US-amerikanischen Silicon Valley Wirtschafts-Gurus und Wirtschafts-Guressen fixierten agilen deutschen Tech-Gadget-Gründungs-Szene täten oben erwähnte Leitmotive bestimmt gut.

New Economics

An die Erklärung der US-Managerinnen und Manager habe ich mich erinnert, nachdem ich dem TED-Talk von Nick Hanauer gelauscht hatte:

Aus der Transkription (14:28 bis 15:28):

„And fifth and finally, unlike the laws of physics, the laws of economics are a choice. Now, neoliberal economic theory has sold itself to you as unchangeable natural law, when in fact it’s social norms and constructed narratives based on pseudoscience. If we truly want a more equitable, more prosperous and more sustainable economy, if we want high-functioning democracies and civil society, we must have a new economics. „

„And here’s the good news: if we want a new economics, all we have to do is choose to have it. „

(Nick Hanauer, ted.com)

Ein schöner Call-To-Action von Nick Hanauer!

Postwachstumsökonomie

Schließlich fragte ich mich, ob die Ideen von ‚Faire Wirtschaft‘ und ‚New Economics‘ angelehnt sind an das Konzept einer Postwachstumsökonomie. Nur um festzustellen, dass Wikipedia jetzt umleitet:

Banner mit Grafiken Katzenpfote, Gehirn mit Katze und lachenden Gesichtern

Pimp your Gehirn: Cat-Content & Politische Kommunikation

Via Deutschlandfunk Nova:

Darin:

Die Studienautoren kommen zu dem Ergebnis, dass politische Nachrichten, die zwischen erholsamen Katzenvideos gelesen wurden, uns aufmerksamer machen und wir die Informationen dadurch auch kognitiv besser verarbeiten. Also im Prinzip pimpt Catcontent unser Gehirn.

Fazit

Am besten funktioniert politische Kommunikation, wenn sie inklusiv, korrekt, positiv und cat-contentiv ist.

Top-ranking auf Youtube heute für den Suchbegriff ‚Katzenvideo‘:

KittyKitty

11 Mio. Aufrufe (08.08.2019)

Banner mit Symbolen für Lesetipp und verärgertes Gesicht (Smiley)

Herkunft Ja oder Nein: das war die Frage

Im @mediasres-Podcast vom 30.07.2019 ging es um genau diese Frage:

Wie ich es auch in meinen eBook tue, bezieht sich Bascha Mika auf Ziffer 12.1 des ‚Pressekodex‘ vom Deutschen Presserat:

Eine Nennung von Herkunft und/oder Nationalität einer straftatbegehenden Person müsste also mit Bezug zu dem besprochenem Fall und zum jetzigen Zeitpunkt mit einem ‚Nein‘ zu beantworten sein.

Aber: Originalton Bascha Mika:

Inzwischen ist es aber so, dass in der Hinsicht alle Dämme gebrochen sind. Also hier in diesem Fall ist es noch etwas Besonderes. Man hätte sozusagen den ethnischen Hintergrund des Täters kaum unter der Decke halten können – wenn ich das mal so sagen darf –, wenn man das denn gewollt hätte, denn es gab ja sehr viele Augenzeugen, die natürlich auch darüber berichtet haben. Und die Polizei gibt eben die Herkunft des Täters auch an, also hat sie gestern sofort angegeben. Und dadurch entsteht natürlich eine Gemengelage, wo es auch seriösen Medien eher zum Vorwurf gemacht wird, so nach dem Motto: Sie unterdrücken Informationen, wenn sie nicht sagen, das war ein Schwarzer und der kam aus Eritrea.

Meine Meinung:

Einen traurigen Stand der Dinge offenbart Bascha Mika hier.

Seit wann muss (’natürlich‘?!) die Frankfurter Rundschau die Meldungen der Polizei unkritisch übernehmen? Die fehlende Sensibilität und das fehlende Wissen über das Funktionieren von Sprache aufseiten der Polizei (‚denn sie wissen nicht was sie tun/sagen‘) ist keine Entschuldigung für (presse-) ethische, „seriöse(?!)“ Verantwortung.

Die Frankfurter Rundschau weiß anscheinend nicht, was sie tut!

Und dieses sprachliche und gedankliche Durcheinander macht mich ganz wirr im Kopf.

Sind ethnische Herkunft und Nationalität das Gleiche? Sind alle Menschen aus Eritrea Schwarze?

Uiuiui!

Und dadurch entsteht natürlich eine Gemengelage, wo es auch seriösen Medien eher zum Vorwurf gemacht wird, so nach dem Motto: Sie unterdrücken Informationen, wenn sie nicht sagen, das war ein Schwarzer und der kam aus Eritrea.

Natürlich? Die ‚Gemengelage‘ ist gemacht von Menschen für Menschen. Und das verwaschene sprachliche Gemengelage von Neugier, Kategorisierung und Markierung von Nationalität und Hautfarbe ist eine menschengemachte Gefahr für unsere Denkmuster.

Und dann noch das Schlusswort vom Deutschlandfunk:

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder.

Und Gesprächspartnerinnen? Geben die die Meinung des Deutschlandfunks wieder?